Zentrum für Lipödem-Chirurgie

Was ist das Lipödem?

 

Bei dem Lipödem handelt es sich um eine zumeist chronisch, progrediente Fettverteilungsstörung, die hauptsächlich die Extremitäten betrifft. Der größte Teil der Patienten sind Frauen und die Erkrankung manifestiert sich besonders in den Phasen von hormonellen Umstellungen, wie der Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause. Typisch für das Lipödem sind Druckschmerzen und eine Berührungsempfindlichkeit in den Extremitäten sowie eine besondere Neigung zu Hämatomen nach Bagatelltraumen. Die Ursachen und Hintergründe des Lipödems sind bisher wenig erforscht.

 

Aufgrund eines mangelnden Bewusstseins für das Krankheitsbild wird bei vielen Betroffenen die Diagnose Lipödem erst viele Jahre nach Krankheitseintritt diagnostiziert und Schätzungen gehen von 3,5 Millionen betroffenen Frauen aus, wobei bisher keine validen Daten aus großen Studien vorliegen. Viele Patientinnen haben einen langen Leidensweg hinter sich, der oftmals mit Depressionen und psychischen Belastungen verbunden ist. Viele Diäten verlaufen frustran und führen nicht zum gewünschten Effekt der Volumenreduktion an Armen und Beinen. Das Lipödem wird, je nach Beschaffenheit, in 3 Stadien eingeteilt.

 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es beim Lipödem?

 

1.            Konservative Therapie:

 

Die Diagnose Lipödem sollte durch einen erfahrenen und unabhängigen Lymphologen gestellt werden, der im Anschluss eine konservative Therapie einleiten wird. Diese wird auch als komplexe physikalische Entstauungstherapie bezeichnet, bei der die Kompressionsbestrumpfung, manuelle Lymphdrainage und Hautpflege im Vordergrund stehen. Daneben sollen Ernährungsbehandlung und Bewegungstherapien die o. b. Maßnahmen unterstützen. Die konservative Therapie zielt lediglich auf eine Behandlung der Symptome ab und kann das Lipödem nicht kausal – das heißt an seinen Ursprung - behandeln.

 

2.            Liposuktion: 

 

Sind die konservativen Therapieoptionen ausgeschöpft, hat sich die lymphgefäßschonende Liposuktion als eine schonende Therapiemöglichkeit bewährt.

Durch eine Reduktion und Beseitigung des krankhaften Fettgewebes an Armen und Beinen werden das Volumen in den betroffenen Extremitäten reduziert und die Beschwerden der Patientinnen deutlich gebessert. Im Gegensatz zur reinen ästhetischen Liposuktion wird bei der medizinisch indizierten Fettabsaugung möglichst viel krankhaft verändertes Fettgewebe entfernt, um die Beschwerden zu verbessern. Um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, werden die Extremitäten vom Sprunggelenk bis zur Hüfte bzw. von der Hanggelenksbeugefalte bis zum Schultergelenk abgesaugt.

 

In unserem Haus stehen modernste operative Therapien zur Verfügung:  Zum einen die vibrationsassistierte wie auch die wasserstrahlassistierte Liposuktion. Vor der Operation wird zunächst das betroffene Areal eingezeichnet. In Narkose wird dann das abzusaugende Areal mit einer Kochsalzmischung unterspritzt, dass die Absaugung des krankhaften Fettgewebes erleichtert. Nach einer Einwirkdauer von 30 Minuten findet die Absaugung mit stumpfen Kanülen in strenger longitudinaler Richtung und somit lymphgefäßschonend statt. Aufgrund der großvolumigen Absaugmengen sollte der Eingriff unter stationären Bedingungen und unter Vollnarkose durchgeführt werden. Dabei muss mit einem Klinikaufenthalt von ca. 2 bis 4 Tagen gerechnet werden. Mit der Operationsvorbereitung dauert der Eingriff ca. 2 Stunden, wobei die meiste Zeit für die vorbereitenden Maßnahmen verwendet wird. Je nach Befund und Ausprägung der Beschwerden werden zunächst die Vorderseiten der Beine und nach 3-monatiger Erholungsphase die Rückseite der Beine sowie in einem 3. Schritt die Arme behandelt. Je nach Befund und Ausprägung des Lipödems kann dieses mehrzeitige Operationsverfahren auch in Anzahl und Zeitabständen variieren.

 

Operationsvorbereitung:

 

Um optimale Ergebnisse zu erreichen, empfehlen wir unseren Patienten für mindestens zwei Wochen vor der Operation auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, sollten nach Rücksprache mit dem Arzt vor der Operation abgesetzt oder umgestellt werden. Bei Vorliegen von Entzündungen der Haut sowie operationspflichtigen Krampfadern sollten Sie dies bitte in der Sprechstunde erwähnen.

 

Postoperative Nachsorge:

 

In den ersten sechs Wochen nach der Operation sollten die flachgestrickten Kompressionsstrümpfe tagsüber und nachts getragen werden. Die unmittelbar nach der Operation auftretenden Schwellungen und Blutergüsse, die zum Teil erheblich sein können, klingen meist innerhalb der ersten Wochen rasch ab. Nach dem Eingriff empfehlen wir die manuelle Lymphdrainage in gesteigerter Rate mit ca. zwei bis drei Terminen pro Woche für die erste Zeit fortzusetzen. Darunter bessere sich zumeist die Schwellung nach dem Eingriff deutlich. Nach den Liposuktionen können Korrekturoperationen oder Straffungsoperationen im Verlauf notwendig werden. In einem Beratungsgespräch klären wir Sie gerne über die Behandlungsmöglichkeiten auf.

 

Unsere Expertise und Kontakt:

 

Die Klinik für Plastische und ästhetische Chirurgie im Klinikum Ernst von Bergmann unter der Leitung von Herrn Chefarzt Dr. med. Ghods gilt als Pionier der Liposuktion zur Therapie des Lipödems.  Mit einer jahrzehntelanger Erfahrung ist er einer der Vorreiter und maßgeblich an der Entwicklung der Methode Liposuktion zur Therapie des Lipödems beteiligt.

 

Chefarzt Dr. Ghods leitet seit Anfang 2020 die Arbeitsgemeinschaft Lipödem der Gesellschaft der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgen (DGPRÄC). Herr Dr. Ghods ist eine der meist gefragtesten plastischen Chirurgen zum Thema Lipödem in Deutschland und unter seiner Aufsicht finden aktuell mehrere wissenschaftliche Studien zum Thema Lipödem und Liposuktion statt. Herr Dr. Ghods fährt regelmäßig auf Kongresse und andere medizinische Fachveranstaltungen. Patientinnen aus ganz Deutschland stellen sich in seiner renommierten Klinik für die operative Therapie des Lipödems vor.

 

Seit dem 01.01.2020 hat der gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die Kostenübernahme der Liposuktion beim Lipödem Stadium 3 unter gewissen Auflagen genehmigt. Die gesetzlichen Krankenkassen benötigen hierfür den Nachweis eines Lipödems Stadium 3 durch einen Lymphologen, die nachgewiesene frustrane konservative Therapie über mindestens sechs Monate sowie ein BMI < 35 bzw. beim einem BMI zwischen 35 und 40 eine begleitende Anbindung im Adipositaszentrum.

 

Einen Termin zu einem kompetenten Beratungsgespräch bezüglich der chirurgischen Therapie des Lipödems können Sie gerne über unser CA-Sekretariat vereinbaren.